über Josef Volsa
Licht, Schatten und Bewusstsein
Ich bin 58 Jahre alt und lebe in Wien.
Zur Fotografie kam ich spät – aus Neugier und dem Wunsch, zu verstehen, wie Licht, Raum und Zeit miteinander wirken.
Ich bin Autodidakt und habe mir das Handwerk selbst beigebracht, weil ich begreifen wollte, warum ein Bild funktioniert, nicht nur wie.
Meine künstlerische Begegnung begann lange vor der Kamera: als Leser expressionistischer Lyrik, als Betrachter klassischer Kunst und als Autor von Romanen.
Diese Erfahrung prägt auch meine fotografische Arbeit – der Blick für Rhythmus, Struktur und das Unsagbare begleitet mich bis heute.
Nach ersten Experimenten mit Stillleben-, Food- und Boudoirfotografie führte mich die Beschäftigung mit der historischen Fotografie zu meinem eigentlichen Ausdruck: der künstlerischen Arbeit mit Licht und Schatten.
Mich interessiert das Spannungsfeld zwischen Bewusstsein und Körper, zwischen Sichtbarkeit und Innerem.
Nacktheit verwende ich nicht als Selbstzweck, sondern als Symbol für archaische Kraft, Verletzbarkeit und Wahrhaftigkeit.
Inspiration finde ich bei den frühen Meistern – František Drtikol, George Hurrell, Trude Fleischmann, Sebastião Salgado.
Aus diesen Einflüssen ist eine ruhige, zugleich intensive Bildsprache entstanden, in der der Schatten nicht Gegensatz, sondern Ursprung des Lichts ist.